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Perfekt in Szene gesetzt

Bewerbungsvideo Keine Panik vor Filmdreh, Licht, Ton und Schnitt: Moderatorin und Regisseurin Susi Herzberger gibt Tipps, wie künftige Azubis vor der Kamera glänzen können. Von Julia Weise

Sie schwingen auf TikTok die Hüften, haben den Selfie-Stick immer dabei und jonglieren mit
Hashtags,  als wäre es nichts – „durch die digitalen Medien haben junge Menschen inzwischen überall ihre eigene Bühne“,
beschreibt Susi Herzberger und lacht. „Sie sind es gewohnt, sich selbst zu filmen und sich auf Facebook, Instagram & Co. zu präsentieren.“
Wieso sollte man diese Qualitäten also nicht auch nutzen, wenn man einen Job ergattern möchte? „Gerade durch die Pandemie sind Bewerbungsvideos und Online-Vorstellungsgespräche noch wichtiger geworden“, findet die erfahrene Moderatorin, die selbst schon unzählige Male vor der Kamera stand.

Damit dabei alles glattgeht, hat sie einige Tipps und Tricks im Gepäck:
Vorbereitung ist alles: „Welche Botschaft möchte ich dem Unternehmen vermitteln? Und wie wirke ich professionell? „Darüber sollte man sich Gedanken machen, bevor man mit dem Dreh loslegt“, sagt Herzberger. „Der erste Eindruck ist online nämlich noch wichtiger als im persönlichen Gespräch.“ Wer also beispielsweise spektakuläre Moves auf dem BMX-Bike beherrscht, sollte sich zweimal überlegen, ob er die wirklich im Bewerbungsvideo vorführen sollte. Den Ort, an dem gedreht wird, gilt es ebenfalls mit Bedacht auszuwählen.

Susi

Die Technik: Moderne Handykameras haben oft eine so hohe Auflösung, dass problemlos mit ihnen gefilmt werden kann – aber bitte auf Augenhöhe und im Querformat. „Denn das Video wird vom Recruiter sicherlich am PC, und nicht am Smartphone angesehen.“ Wer beim Ton auf Nummer sicher gehen will, besorgt sich ein kleines Mikrofon, das an das Handy geklippt werden kann. Von zusammengeschnittenen Filmen rät die Expertin ab. 

Outfit und Make-up: Kleingemusterte Kleidung erzeugt ein Flimmern im Bild, den sogenannte Moiré-Effekt, und bleibt daher im Schrank. „Ansonsten sollte das Outfit natürlich zum angestrebten Beruf passen.“ Ein bisschen Puder wirkt – auch bei Männern – bei einer glänzenden Stirn wahre Wunder.

Körpersprache und Rhetorik: Wer sich aufrecht und offen präsentiert, ist freundlich und strahlt die Bereitschaft aus, Aufgaben anzupacken. Was die Sprache angeht, hilft nur „üben, üben, üben“, um „kurz und knackig auf den Punkt zu kommen“. Vom Auswendiglernen des Textes hält Herzberger wenig.

Fehler mit Humor nehmen: Wer authentisch und humorvoll ist, dem werden auch kleine Fehler verziehen. Herzberger selbst ist bei einem Auftritt sogar einmal live vor einem 1500-Personen-Publikum auf die Nase gefallen – und hat über sich selbst gelacht. „Das wirkt immer sympathisch“, unterstreicht sie. Und fügt hinzu: „Aber im Zweifelsfall hat man beim Videodreh ja immer noch einmal die Möglichkeit, mit dem Filmen von vorne zu beginnen.“

Susi Herzberger ist Regisseurin, Redakteurin und Moderatorin. Schon während der Schulzeit jobbte sie beim Karlsruher Sender „B.TV“, wo sie im Anschluss eine Ausbildung als Video-Redakteurin absolvierte. Im Alter von 24 Jahren machte sich die Mannheimerin schließlich selbstständig. Als Regisseurin war sie für den Dreh des VR Bank-Azubi-Films zur „Click it!“ verantwortlich.

Quelle: Südwestpresse


Tipps und Tricks von Susi Herzberger, ntv Moderatorin, Journalistin und Medientrainerin
Die Kernfrage, die Du Dir stellen solltest, ist: welche Wirkung möchte ich bei meiner ersten Begegnung mit meinem künftigen Arbeitgeber erzielen?
Bei der ersten Erscheinung Deiner Person, werden in Sekunden Schlüsse über Persönlichkeit, Intellekt und Sympathie gezogen. Das sollte Dir bewusst sein.
Wirkung definiert sich durch die vier Parameter Körpersprache, Gestik, Mimik und Stimme.

Zur Körpersprache gibt ein paar einfache Regeln, die Du berücksichtigen kannst. Dazu findest Du die Infos in diesem kurzen


Gestik
Nutze Gesten, um Deine Botschaft zu unterstreichen.

  • Achte darauf, Hände und Arme oberhalb der Gürtellinie, idealerweise auf Brusthöhe, einzusetzen. Agieren unterhalb der Gürtellinie zeugt von Unsicherheit oder Arroganz.
  • Wildes Herumfuchteln mit den Armen und Händen ist kontraproduktiv.
  • Schlaff herabhängende Arme sind oft ein Mittel, um bloß nichts falsch zu machen – das wirkt langweilig und befremdlich.
  • Halte Deine Finger zusammen, wenn Du auf etwas zeigst.
  • Der Zeigefinger wirkt aggressiv. Nutze die flache Hand, um zu navigieren.
  • Wenn Du Dir nicht sicher bist, was Du mit den Händen machen sollst, halte ein Hilfsmittel bereit - zum Beispiel einen Kugelschreiber.

Mimik
Auch Mimik ist Kommunikation, setze sie gezielt ein.

  • Passe Deine Mimik dem Anlass entsprechend an.
  • Nicht künsteln, sei natürlich. Sei am besten Du selbst.
  • Ein Lächeln zeigt Freundlichkeit & wirkt sich direkt auf die Stimme aus.
  • Halte stets Blickkontakt. Das zeugt von Sicherheit.
  • Lebe Deine Worte mit Deinen Augen. Lass Deine Augen vor Begeisterung sprühen und den Funken zu Deinem Gesprächspartner überspringen.

Stimme
Deine Stimme ist mehr als das gesprochene Wort.

  • Ohne Atmen kein fließender Luftstrom, und damit kein Ton. Atme aktiv und bewusst. Wärme Deine Stimmbänder mit einfachen Übungen auf.
  • Informiere Dich im Vorfeld wie viele Menschen in dem Raum sein werden, in dem Du sprichst, oder wie viele Menschen in Deinem Bewerbungsgespräch dabei sind.
  • Konflikte wirken sich negativ auf Deine Stimme aus. Sei Dir dessen bewusst, versuche Dich abzugrenzen und Deine Stimme als Muskel zu betrachten, der in negativen Situationen positiv agieren & wirken kann.
  • Informiere Dich über die Räumlichkeiten. Eine Stimme braucht Raum. Ebenso sollte Sie in einem Skype-Interview optimal rüberkommen. Nutze eine ruhige Umgebung oder Kopfhörer mit integriertem Mikrofon.
  • Nutze die Klaviatur Deiner Stimme: Dynamik, Modulation, Tempo.
  • Der Schlüssel liegt im Zuhören und flexiblen Anpassen der Stimme an Dein Gegenüber.
  • Trinke keine klebrigen Flüssigkeiten. Nimm keine scharfen Lebensmittel vor Deiner Performance zu Dir. Das wirkt sich negativ auf die Stimmbänder aus.